Ab sofort erhältlich: Unsere zehnte CD „Tanz! (Franz)“

Ab sofort erhältlich: Unsere zehnte CD „Tanz! (Franz)“

Tanzmusik aus hochalpinem Gebiet und aus der Tiefebene, zwischen Schubert, Bartók und Osttiroler Jungbauernball, quer durch musikalische Epochen und Stile.
Wir auf dem Tanzboden? Spielen wir nicht vorwiegend Trauermärsche? Sind wir nicht deshalb bekannt geworden, weil wir mit berglerischen Instrumentarium Schubert, Brahms und Mahler zu Leibe rückten?
Der Trauermarsch und die Polka sind zwei Seiten ein und derselben Medaille, der Friedhof und der Tanzboden liegen nahe beieinander. Mit Saiteninstrumenten, die man aus der Volksmusik kennt (wie Hackbrett, Volksharfe, Zither), Holz- und Blechbläsern, Streichern (Violine, Kontrabass) und Stimmen kann man nicht nur Lieder der Romantik verwandeln. Man kann auch auf einer Beerdigung spielen – und auf der Tanzfläche reüssieren.

„Tanz! (Franz)“, erhältlich ab sofort auf der Seite unseres Plattenlabels col legno!

Fernsehbeitrag zur CD-Präsentation

Andreas Schett bei "heute leben" ORF2


Rezensionen

Rezensionen

CD-Tipp des Tages auf BR Klassik (23.02.2016)

„Jedes der 16 Stücke ist ein Kunstwerk, und auch nach dreimaligem Hören dieser 55 Minuten Musik weiß man nicht, welches denn nun das schönste ist.”


CD des Tages auf „radio klassik Stephansdom”
(22.02.2016)

„Das Ensemble rund um Andraes Schett ist kreativ und lustvoll intellektuell und derzeit sehr en vogue bei Hochglanzfestivals. Die Kreativecke tummelt sich diesmal am Tanzboden.”


CD des Tages auf Radio Ö1, „Ö1 bis zwei” (29.02.2016)

„Alles ist im Fluss, alles entwickelt sich weiter. Folgerichtig heißt es denn auch im Beiheft zur beim hauseigenen Label col legno erschienenen CD: "Wir blättern nicht um, wir spielen einfach weiter." Gut so.”


Süddeutsche Zeitung (10.03.2017)
von Egbert Tholl

Lob des Blechs

In fast jeder ordentlichen Blechblastruppe eines symphonischen Spitzenorchesters sitzen Musiker, die direkt von der Milchflasche auf Trompeten- oder ein anderes Mundstück umgestiegen sind. Für sie ist das Produzieren von schönsten Klängen auf einem Instrument, in das man hineinbläst, so selbstverständlich ist wie für normalere Menschen ein Seufzer

Am 14. März spielen Franui im Prinzregententheater, sie stellen dort ihr im vergangenen Jahr erschienenes Album "Tanz!" vor. Was heißt da aber schon, sie spielen? Sie entwerfen ein Lebensgefühl, in dem das Sediment glitzert, einen Tanz aus Berg und Tal, von Schubert bis zum Bauernball. Franui ist eine in unendlichen Feuerwehr-, Jungbauern-, Hochzeits- und Todesfesten gestählte Blaskapelle aus einem abgeschiedenen Tal im äußersten Zipfel Tirols, deren Mitglieder längst philharmonische oder sonstige hochkulturelle Weihen erfahren haben. In fast jeder ordentlichen Blechblastruppe eines symphonischen Spitzenorchesters sitzen solche Musiker, die direkt von der Milchflasche auf Trompeten- oder ein anderes Mundstück umstiegen, für die das Produzieren von schönsten Klängen auf einem Instrument, in das man hineinbläst, so selbstverständlich ist wie für normalere Menschen ein Seufzer oder ein Lachen oder ein Brummen. Denn eines muss man stets bedenken: Blechbläser sind nicht normal, sie sind anders. Und sind viele von ihnen beisammen, und lassen sie ihrer Leidenschaft freien Lauf, dann ist das noch einmal ganz etwas Anderes und sehr schön.
Exkurs: Hier in der Reaktion etwa gibt es einen Kollegen, der bläst gern in eine Tuba und fängt ansonsten riesige Karpfen, wenn er nicht gerade mit unermüdlicher Neugier seine Kollegen studiert und deren Texte verbessert. Außerdem schreibt er selbst Texte, in denen er die Bedeutung der Fischzucht für den Erfolg von Luthers Reformation darlegt, aber vielleicht bringe ich da jetzt auch ein bisschen was durcheinander.
Zurück zu Franui. Die zehn Musiker blasen nicht nur irgendwo hinein, sie spielen auch, weil das für eine Volksmusik, egal wie sehr sie Kunst ist, nun einmal nötig ist, Hackbrett, Geige und Akkordeon. Daraus entsteht ein Amalgam, eine Metamorphose des Einzelnen zu einem in und für sich völlig eigenständigen Klanggefüge, das jeder, der es einmal gehört hat, sofort wiedererkennt. In "Tanz!" gibt es dann eine bis dato noch nie geahnte Nähe von Schubert zu Bartók zu Ligeti zu Feuerwehr. Wobei ich jetzt gar nicht sagen könnte, ob es in Innervillgraten überhaupt eine Feuerwehr gibt oder die nicht aus Außervillgraten kommen muss. Die Jahrzehnte des Umgangs mit Musik führen bei jedem der Musiker zu einer völlig entspannten Souveränität, oder anders, mit ihren Worten ausgedrückt: "Wenn du einen Trauermarsch viermal so schnell spielst, wird’s eine Polka."


MDR Figaro (09.03.2016)
von Emel Mathlouthi

Zum Tanzen über Gräbern animiert die CD Tanz! (Franz) von Franui aus Tirol. Hauptspielplätze dieses Ensembles sind Friedhöfe und Tanzböden: das sagen sie selbst. Doch was haben beide Orte miteinander zu tun? Wenn man einen Trauermarschviermal schneller spielt als normal, wird eine Polka daraus. Aha. FRANUI weben u.a. aus Kompositionen von Béla Bartok und Franz Schubert eine CD zum Knochen schütteln und Frühlingserwachen. Verspielt virtuos modellieren sie aus altem Material etwas vollkommen Neues ohne dass es akademisch oder steif wirkt.


Frankfurter Allgemeine Zeitung (29.03.2016)
von Eleonore Büning

Es Werde Licht. Und es ward Posaune. Wie solche Metamorphosen zustande kommen, weiß eigentlich jeder leidlich gute Musikant. Unter denjenigen, die es zurzeit am besten wissen, sind die zehn Musiker von der Banda Franui aus Osttirol zu nennen, die außer Posaune auch noch Tuba, Trompete, Klarinette, Saxophon, Akkordeon, Geige Hackbrett Zither und Kontrabass spielen und manchmal singen. Ihr neues Album beim Label col lego (harmonia mundi) heißt „Tanz! (Franz)“, es trägt als Motto einen Vers aus einem bekannten Müllergedicht vor sich her: „Und Lenz wird kommen / und Winter wird gehen…“, womit zugleich Auferstehung und Verwandlung bezeichnet sind, denn genau darum geht es in diesen sechzehn Tanzbodenliedern: um das Prinzip Frühling. Unsterbliche Musiken von Schubert, Bartók, Mozart, Bruckner und Strauss dürfen im unverwechselbaren Franui-Sound ihr zweites Leben beginnen, als glückliches Fragment. Hellgrün sprießt da das verliebt übereinander kopierte Dreierlei des „Menuett mit Dirndl“ himmelblau der „Alptraum eines österr. Pianisten“, der sich taktweise zusammensetzt aus neunzehn Schubertschen Klaviertänzen – als seien die nicht schon kurz genug. Und mitten in all die Freud hinein schlepptanzt ein Moll-Lila-Trompetensolo, den Tod des Paten beklagend.


Neue Osnabrücker Zeitung (24.02.2016)
von Ralf Döring

Seit über zwanzig Jahren dreht und wendet die Franui Musicbanda klassische Musik und geht ihr mit Mitteln der Volksmusik, der Avantgarde und des Humors auf den Grund. Jetzt hat die Formation aus Osttirol ihr neuestes Werk vorgelegt: Das Album „Tanz! (Franz)“. Im Mittelpunkt: Die Musik von Franz Schubert.
Die Franui Musicbanda sind Meister des Übergangs. Oder wie es Trompeter Andreas Schett sagt: „Wenn du einen Trauermarsch viermal so schnell spielst, wird’s eine Polka.“ So wandelt das Ensemble auf seinem neuen, zehnten Album zwischen Weinen und Lachen, Leben und Tod, Volksmusik und Avantgarde, zwischen der Großstadt Wien des Franz Schubert und dem Landleben in Ungarn, wie es Béla Bartók und György Ligeti dort in der Volksmusik vorgefunden haben.
Schon das erste Stück, Franz Schuberts „Trockne Blumen“ aus dem Liederzyklus „Die schöne Müllerin“, beginnt im Grab, führt auf den Tanzboden und endet im Jazzclub – womit der Ansatz von „Tanz! (Franz)“ klar umrissen ist. Denn das Album stellt Franz Schubert ins Zentrum, aber genial kombiniert mit Bartók und Ligeti. Mal mit subtilem Witz, mal mit brachialem Humor, vor allem aber tief empfindsam haben Markus Kraler und Andreas Schett die Musik für das zehnköpfige Franui-Ensemble re-komponiert. So legen Tiroler Harfe, Zither und Hackbrett, Trompete, Akkordeon und Tuba volksmusikalische Wurzeln frei, und gleichzeitig schlägt Franui die Brücke zur Avantgarde - Mozarts „Don Giovanni“-Menuett mal nicht mit zwei anderen Tänzen, sondern mit drei Volksliedern kombiniert . Oder was ist das, wenn der „Albtraum eines österr. Pianisten“ 19 Deutsche Tänze von Schubert auf wenige Minuten komprimiert und dann ins Chaos überführt? – Neues Album „Tanz! (Franz)“: Franui spielt Musik fürs Grab und für den Tanzboden.


RONDO (2/2016)
von Oliver Buslau

Trauern, tanzen und marschieren

Was haben Komponisten wie Franz Schubert, Wolfgang Amadeus Mozart, BéÌa Bartók mit Osttiroler Bauern gemeinsam? Antwort: das, was man zwar nicht so gemeinhin Volksmusik nennt, was aber die wahre Volksmusik ausmacht. Die Gruppe Franui, übrigens benannt nach einer Almwiese und sich selbst als „Musicbanda“ bezeichnend, setzt sich mit ihren farbigen Bearbeitungen mit Trompete, Klarinette, Zither, Saxofon, Akkordeon und vielem mehr passgenau mitten zwischen die Stühle von tänzerischer Klassik, klassischer Folklore. Das Wort „Tanz“ im Albumtitel darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass diese Musik auch etwas abgrundtief Trauriges hat. Wie die Musiker selbst im Booklet schreiben: „Wenn du einen Trauermarsch viermal so schnell spielst, wird’s eine Polka.“


www.sound-and-image.de


Wenn die Musiker von Franui „Franz“ sagen, meinen sie zu allererst den Schubert Franz aus Wien, Erfinder u.a. der Schönen Müllerin, aber auch von ungezählten Walzern und Tänzen. So gesehen ist die hier vorgestellte „Tanz!“-Musik aus Osttirol eben auch Tanz-Boden-Musik, nur eben nicht platt gemacht und volkstümlich verwässert, sondern um substanzielle Elemente aus den Bereichen Klassik, Folklore und moderner Orchestermusik erweitert, sprich: bereichert.
Die 16 Stücke dieses Albums reichen vom aufgekratzten „Ringelreigenwatschentanz“ über einen beschwingten „Schneekugelwalzer“ bis hin zum geschwindigkeitsgedrosselten Trauermarsch. Denn (Zitat Andreas Schett, Trompete) „wenn man einen Trauermarsch viermal so schnell spielt, dann wird er zu einer Polka“.
Die zehn Franuis sind also Spezialisten der Transformation, die sich vor allem den Franz Schubert aber auch noch Komponisten wie Béla Bartok, Anton Bruckner, Richard Strauss oder W.A. Mozart vornehmen, um diese dann mit ländlicher Tiroler Musik ganz unorthodox zu kreuzen. Auseinandernehmen und virtuos neu zusammensetzen ist das Erfolgsgeheimnis von Franui. Im Ergebnis entsteht „neue“ Volksmusik, die in ihrer Kraft und Eleganz stets aufs Neue überzeugt und auch immer mehr junges Publikum zieht. Insofern ist „Tanz! (Franz)“ eine ideale Möglichkeit, alpine Musik mal von einer ganz neuen Seite kennenzulernen.


Tiroler Tageszeitung (6.2.2016)
von Ursula Strohal

Wie der Schluchzer zum Juchzer wird

Die CD „Tanz! (Franz)“ dokumentiert das neue Franui-Programm zwischen Tanzboden, Grube und neuen Tönen.
„Vorwärts rückwärts seitwärts“ bewegen sich Tänzer und ebenso Franui mit ihrem Instrumentarium aus der heimischen Tanzboden- und Stubenmusigtradition. Vorwärts, rückwärts, seitwärts haben die Osttiroler zugegriffen in der Musikgeschichte, sind für ihr Projekt „Tanz! (Franz)“ natürlich unendlich fündig geworden bei schon längst „ihrem“ Franz, dem Schubert. Der tanzte nicht gern, saß lieber am Klavier und hat für die bewegte Gesellschaft ein Stückl nach dem anderen erfunden. Rund 500 solcher Klaviertänze gibt es von Schubert: Walzer, Menuette, Ländler, Deutsche Tänze, Ecossaisen, Cotillons. Da hat Franui zugegriffen.
Soeben ist die CD „Tanz! (Franz)“ beim Label col legno erschienen, fröhlich und traurig stimmend am scharfen Grat zwischen Tanzboden und Grube, wie es Franui hält, seit aus ihren innervillgratner Trauermärschen die Lieder von Schubert, Brahms und Mahler frisch begossen sprossen. Das Album wird am 10. Februar im Wiener Konzerthaus präsentiert, in Tirol war das Programm bereits im Rahmen des Klangspuren-Festivals 2015 zu hören.

Schuberts Positionierung zwischen volksmusikalischer Grundierung und Neufindung definiert präzise die Osttiroler Spielwiese, und auch deren Blues lässt sich rückkoppeln zu Schuberts zeitverlierender Untröstlichkeit. Die Arrangeure Markus Kraler und Andreas Schett lassen noch andere Vorbilder mitreden, Bela Bartók zumal, der in seinen Feldforschungen tief aus dem volksmusikalischen Brunnen schöpfte. Und wenn schon in Ungarn, so wurden die Musik vieler Stile und Zeiten kreativ mixenden Franuis auch bei György Ligeti fündig. Das Stück „Vorwärts rückwärts seitwärts“ zeigt, wie es geht. Tänzern allerdings verknoten die Beine.

Viele von Schuberts Tänzen tauchen auf, musikantisch, geistreich, frech paraphrasiert, der Assoziationen sind kein Ende vom ländlich Blasmusikantischen bis zur neuen Musik, vom Klezmeranklang über Mozarts mit Volksliedern übermalten „Don Giovanni“ - Menuett bis hin zur Verehelichung von Impromtu-Poesie mit dem Boarischen. Heimelig und aufbrechend, zart und wild, schräg, aber nicht respektlos. Vom Schluchzer zum Juchzer („Trockner Blumen“) dauert es vier Minuten.

Interview zur neuen CD

Interview zur neuen CD

„Das Stündlein schlägt dir persönlich“– FRANUI im mica-Interview

„Die MUSICBANDA FRANUI ist bekannt für ihre ebenso gewagten wie genialen Bearbeitungen alter Lieder und Trauermärsche. Die Hauptschauplätze ihrer Musik waren also immer schon gleichermaßen Tanzboden und Friedhof. Warum also nicht gleich ein Album aufnehmen, das beides miteinander vereint: die Trauer und den Tanz? „Tanz! (Franz)“, das zehnte Album von FRANUI, tut genau das. Die beiden FRANUI-Masterminds MARKUS KRALER und ANDREAS SCHETT sprachen mit Markus Deisenberger über die Achse Bartók–Schubert und den Moment, in dem die Trauer in Lebensbejahung umschlägt.“

Das ganze Interview können sie hier lesen.

+++ 15.06.2016  Tanz! (Franz) Album der Woche auf ORF Vorarlberg +++

+++ 15.06.2016 Tanz! (Franz) Album der Woche auf ORF Vorarlberg +++

Die ganze Sendung zum Nachhören

01. Kultur nach Sechs - 15.06.2016